
„Wer sich der Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“
- George Santayana, span. Philosoph -
Der Holocaust ist ein Thema, dem wir alle mindestens einmal begegnen. Wir, Maruna, Johanna, Mauro, Mariella, Julian, Emelie, Charlotte und Paula (alle Jahrgangsstufe 10), haben uns mehr damit beschäftigt als die meisten. Im Rahmen eines Projektes setzten wir uns mit der Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm in Hamburg auseinander.
Drei Wochen lang präsentierten wir die Wanderausstellung an unserer Schule, führten die Klassen als geschulte Peerguides hindurch und informierten über das Schicksal der 20 Kinder und mindestens 28 Erwachsenen, die in Hamburg am Ende des Krieges ermordet wurden. Am Ende der Ausstellungszeit wurden wir zur zentralen Gedenkfeier am 20. April in Hamburg eingeladen. Die Lehrkräfte, die die Wanderausstellung an unsere Schule gebracht hatten, ermöglichten uns die Teilnahme an dieser besonderen Veranstaltung. So machten wir acht Schülerinnen und Schüler uns gemeinsam mit einer Lehrerin und einem Elternteil am Montag nach der Schule auf den Weg nach Hamburg. Nach einer kurzen Busfahrt und einem Fußweg kamen wir an der Gedenkstätte an. Zunächst sahen wir uns die Ausstellung an. Schon das allein war enorm beeindruckend, aber auch sehr bedrückend.
Als die eigentliche Veranstaltung dann in der alten Sporthalle der Schule begann, waren wir offen gesagt sprachlos. Es waren sehr viele Menschen dort und die verschiedenen Reden sowie das Zeitzeugeninterview waren berührend und eine völlig neue Erfahrung für uns. Auch Schüler anderer Schulen waren anwesend und sorgten mit ihren Beiträgen bei vielen Menschen für Tränen.
Wir waren ebenfalls mit einem Redebeitrag eingeplant und wurden dafür sehr gelobt. Diese Wertschätzung war für uns ein besonders schönes Gefühl. Das Thema wirkt oft weit entfernt, weil es kaum vorstellbar ist und schon viele Jahre zurückliegt. Wenn man jedoch dort sitzt und die Menschen sieht, die als Angehörige direkt davon betroffen waren und sind, wird einem erst wirklich bewusst, was damals geschehen ist. Wir alle sind unfassbar dankbar, dass uns das alles ermöglicht wurde und dass wir unseren Teil dazu beitragen konnten, über dieses Thema aufzuklären, Menschen zu sensibilisieren und vielleicht auch zu schützen.
Maruna Mathias (10/2)